Feng-Shui

Das Wasser sammelt das Qi, der Wind verteilt es.

Allgemein

Lake Mateson shutterstock 55914451Feng Shui (chinesisch, „Wind“, „Wasser“) ist eine Jahrtausende alte Raumkunst, die den Menschen mit all seinen Bedürfnissen und Wünschen harmonisch mit seiner Umgebung verbindet. Über 3500 Jahre hinweg haben die chinesischen Feng-Shui-Meister die Natur beobachtet und aus dem Wechselspiel von Licht und Schatten, aus den verschiedenen Landschaftsformationen und aus dem Wandlungszyklus der vier Jahreszeiten diverse Berechnungs- und Erklärungsmodelle abgeleitet und sie ständig angepasst und verfeinert.


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Die Wirkungsweise

Wir alle wünschen uns Gesundheit, Sicherheit, Geborgenheit, eine liebevolle Familie und aufrichtige Freunde. Und wir möchten im Beruf erfolgreich sein und anerkannt werden.

Feng Shui setzt bei diesen Bedürfnissen an.

Die Formschule

Ein ideal ausgerichtetes Haus hat einen "stabilen Rücken", einen freien Ausblick nach vorn, unterstützende Elemente an den Seiten und eine Mitte.
 Ausgedrückt wird das über die Symbolik der "Fünf Tiere":

Schildkröte (hinten):                             Schutz und Rückhalt, Ruhe, Gesundheit, Familie

Phönix (vorn):                                         Ausblick, Perspektive, Dynamik, Zukunft

Drache (links):                                        symbolisiert das Männliche

Tiger (rechts):                                         symbolisiert das Weibliche

Schlange (Mitte):                                   Zentrum, Anker im Leben

der Qi-Fluss

Das Qi (chinesisch, Energie, Atem) bezeichnet die Lebensenergie oder universelle Energie und meint damit eine Lebenskraft, die das gesamte Universum durchdringt. Aus der europäischen Geomantie kennen wir den Begriff des Äthers, die Hinduisten nennen es Prana, die Japaner Ki, die Tibeter Lung.

Im Feng Shui kommt dieser Lebenskraft eine zentrale Bedeutung zu. Das Qi wird gut zum Haus geführt und dort optimal verteilt, damit es seine Bewohner nährt und ihre Ziele und Wünsche unterstützt.

Bildlich ausgedrückt, versammeln wir nach den Lehren des Feng Shui das Qi im Wasser und verteilen es wieder mit dem Wind.

Diese beiden Prinzipien haben einen entscheidenden Einfluss auf die Gestaltung sowohl Ihrer Räume als auch Ihres Grundstücks.

Wollen wir zum Beispiel ein nährendes Qi zum Haus führen, sind die Gestaltung von Zugang und Zufahrt zum Grundstück, der Weg durch den Vorgarten und der Eingangsbereich des Hauses von zentraler Bedeutung.

yin und yang

Im Feng Shui ist die Balance von Yin und Yang ein wesentlicher Aspekt bei der Gestaltung von Grundstücken, Häusern und Räumen.

Beispiele:
In einem stark zugewachsenen Haus mit kleinen Fenstern, wenig Licht und einem eingeschränkten Blick nach draußen ist das Yin zu stark. Um das Yang mehr zu betonen, kann man zum Beispiel die Fenster vergrößern und die Innenräume hell gestalten.

In einem verglasten Haus, das frei steht und durch seine bodentiefen Fenster nach allen Seiten offen ist, fließt das Qi zu schnell. In dem Fall ist das Yang zu stark, es fehlt ein Ruhepol. Das Yin kann dort zum Beispiel durch Vorhänge oder Jalousien und durch wärmere, etwas dunklere Töne  gestärkt werden.

Die fünf Wandlungsphasen

Die 5 Wandlungsphasen Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser, auch „5 Elemente“ genannt, beschreiben einen natürlichen Kreislauf zyklischer Wandlung. Die 5 Elemente nähren, schwächen oder kontrollieren sich gegenseitig.

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Der in der Zeichnung dargestellte nährende Zyklus verläuft im Uhrzeigersinn:

Holz nährt das Feuer, die Asche enthält Mineralstoffe, die die Erde nähren.

Aus der Erde entstehen Gebirge, und im Gestein bilden sich Eisenerze (Metall).
Durch Risse und Löcher sammelt sich dort Wasser an.
Das Wasser nährt die Pflanzen (Holz)
.

Über die rein physikalische Ebene hinausgehend, werden alle „Dinge“ den Wandlungsphasen zugeordnet,  zum Beispiel Farben, Formen, Materialien, Himmelsrichtungen, Jahreszeiten, Berufe, Emotionen, Charaktereigenschaften. 

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Gestaltungsmittel

  • Zuwegung und Eingangsgestaltung
  • Bepflanzung und Umbauten außen
  • Mittengestaltung
  • Farben, Formen und Materialien
  • Raumaufteilung
  • Gute Richtungen für die Sitz- und Schlafpositionen
  • Platzierung von Buddha, großer Stein, Brunnen, Symbole

Imperial Feng Shui

Ende der 90-er Jahre brachte Grand Master Chan Kun Wah aus Hongkong das Imperial Feng Shui (auch genannt "Chue Style Feng Shui") nach Europa und gründete in Edinburgh die sogenannte "Chue Foundation" mit dem Auftrag, dieses Wissen in der westlichen Welt zu verbreiten. Genauere Informationen über die geschichtlichen Hintergründe finden Sie auf der Homepage der Chue Foundation bzw. Chue Foundation Germany

Akupunktur im Raum

Eine Besonderheit des Imperial Feng Shui ist das sogenannte "Imperial Yuen Hom", das auf den 64 Hexagrammen des berühmten Weisheitsbuchs „I Ging“ basiert.

Die 64 Hexagramme bestehen jeweils aus einer Kombination von sechs Yin-/ Yang-Linien und sind auf dem chinesischen Kompass (Lopan) im Ring angeordnet. Mit Hilfe der Kompassmessung werden die Punkte ermittelt, über die der Raum in eine harmonische Schwingung und eine gute Resonanz mit den Bewohnern gebracht wird.

Das Besondere daran ist, dass sich mit einer Genauigkeit von 0,9 Grad punktgenau bestimmen lässt, wo Sie zum Beispiel einen Brunnen setzen, wo Sie einen Buddha platzieren oder wie Sie Ihren Schreibtisch ausrichten. Weil diese Methode eine besonders feine Abstimmung erlaubt, wird sie auch als "Akupunktur im Raum" bezeichnet.